Smart Bidding

Smart Bidding ist eine Untergruppe automatischer Gebotsstrategien, mit denen Gebote bei jeder Auktion durch maschinelles Lernen für Conversions oder für den Conversion-Wert optimiert werden. Diese Funktion wird auch als "automatische Gebotseinstellung" bezeichnet. Beispiele dafür sind Ziel-CPA, Ziel-ROAS, Conversions maximieren und auto-optimierter CPC.

In diesem Artikel erfahren Sie, was Smart Bidding ist und wie Sie damit Zeit sparen und einen höheren Return on Investment erzielen.

Hinweis

Wenn Sie die automatische Gebotseinstellung in Google Ads bislang noch nicht nutzen, sollten Sie zuerst diesen Artikel lesen.

Damit Sie Smart Bidding nutzen können, muss Conversion-Tracking aktiviert sein, sofern Sie nicht den auto-optimierten CPC mit Displaykampagnen verwenden. Weitere Informationen zur Einrichtung von Conversion-Tracking.

Vorteile von Smart Bidding

Smart Bidding hat vier wesentliche Vorteile, durch die Sie Zeit sparen und eine höhere Leistung erzielen.

Erweitertes maschinelles Lernen

Das maschinelle Lernen erfolgt auf Basis umfassender Daten. So können Sie für Ihr gesamtes Konto genauere Prognosen bezüglich der Auswirkungen unterschiedlicher Gebote auf Conversions oder den Conversions-Wert treffen. Für die Lernalgorithmen werden viel mehr leistungsrelevante Parameter berücksichtigt, als eine Einzelperson oder ein Team berechnen könnte. 

Breites Spektrum an Kontextsignalen

Bei der automatischen Gebotseinstellung können verschiedene Signale für die Gebotsoptimierung berücksichtigt werden. Bei diesen Signalen handelt es sich um identifizierbare Attribute einer Person oder ihres Kontexts zum Zeitpunkt einer bestimmten Auktion. Dazu gehören zum Beispiel das Gerät und der Standort, die über die Gebotsanpassung manuell festgelegt werden können. Außerdem verfügbar sind exklusive Signale und Signalkombinationen von Smart Bidding. Unten finden Sie eine Liste einiger dieser wichtigen Signale.

Signale für die automatische Gebotseinstellung
Gerät

Beschreibung: Gebote mit den Strategien "Ziel-CPA" oder "Ziel-ROAS" können in Google Ads auf Basis des Gerätes des Nutzers (Mobilgerät, Computer oder Tablet) optimiert werden.

Beispiel: Die Gebote eines Autohändlers werden möglicherweise angepasst, wenn ein Nutzer auf einem Mobilgerät sucht. Denn in diesem Fall ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass er eine Niederlassung in seiner Nähe aufsuchen möchte.

Standort

Beschreibung: Gebote können in Google Ads auf Basis des Standorts optimiert werden, bis hin zur Stadt, in der sich der Nutzer befindet. Dies gilt auch, wenn die geografische Ausrichtung des Werbetreibenden weniger genau ist. 

Beispiel: Selbst wenn für eine Bank als geografische Ausrichtung Nordrhein-Westfalen festgelegt wurde, werden Gebote möglicherweise angepasst, wenn ein Nutzer in einer Stadt mit vielen Filialen dieser Bank nach "girokonto eröffnen" sucht. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass er dort ein neues Konto eröffnet, ist höher.

Gewünschter Ort

Beschreibung: Gebote können in Google Ads nicht nur auf Basis des tatsächlichen Standorts, sondern auch des gewünschten Ortes optimiert werden.

Beispiel: Die Gebote eines Reisebüros werden möglicherweise angepasst, wenn ein Nutzer nach einem Reiseziel aus dessen Angebot sucht, zum Beispiel "paris urlaub august", selbst wenn der Nutzer sich derzeit an einem anderen Ort befindet.

Wochentag und Tageszeit

Beschreibung: Gebote können in Google Ads auf Basis des Wochentags und der Uhrzeit am Standort des Nutzers optimiert werden.

Beispiel: Die Gebote eines Restaurants werden möglicherweise angepasst, wenn ein Nutzer an einem Donnerstag um 20:00 Uhr sucht. Die Wahrscheinlichkeit einer Reservierung ist dann nämlich höher als um 8:00 Uhr an einem Montag.

Remarketing-Liste

Beschreibung: Gebote für das Such- und das Displaynetzwerk können in Google Ads auf Basis der Remarketing-Liste optimiert werden, auf der sich ein Nutzer befindet. Außerdem kann berücksichtigt werden, wie lange der Nutzer bereits auf der Liste ist. Im Suchnetzwerk werden außerdem für die jeweilige Kampagne oder Anzeigengruppe alle Listen berücksichtigt, auf denen sich der Nutzer befindet.

Beispiel: Die Gebote eines Onlinehändlers für Bekleidung werden möglicherweise angepasst, wenn ein Nutzer sich bei einem früheren Besuch bereits ein Produkt angesehen hat. Zudem ist relevant, wann der Nutzer einen Artikel in seinen Warenkorb gelegt hat: Erfolgte diese Aktion letzte Woche, ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Nutzer den Kauf bald abschließt, höher, als wenn das Produkt bereits letzten Monat in den Warenkorb gelegt wurde.

Anzeigeneigenschaften

Beschreibung: Gebote können in Google Ads auf Basis der ausgelieferten Variante der Anzeige optimiert werden, z. B. mobile Apps.

Beispiel: Die Gebote eines Telekommunikationsunternehmens werden eventuell angepasst, wenn das Creative "Aktuelle Angebote" oder "Flexibler Tarif" ausgeliefert wird oder wenn die Anzeige auf die mobile Website oder App verweist. Die Anpassung hängt jeweils davon ab, wie hoch die Conversion-Wahrscheinlichkeit ist. Bei Kampagnen im Displaynetzwerk wird zudem berücksichtigt, welche Anzeigengrößen und -formate eher zu Conversions führen.

Sprache der Benutzeroberfläche

Beschreibung: Gebote können in Google Ads auf Basis der Spracheinstellungen des Nutzers optimiert werden.

Beispiel: Die Gebote einer Website, auf der Spanischkurse angeboten werden, werden möglicherweise bei der Suchanfrage "fremdsprache lernen" angepasst, wenn ein Nutzer Deutsch anstatt Spanisch in seinen Spracheinstellungen festgelegt hat. Bei Spanisch wäre die Wahrscheinlichkeit geringer, dass er an einem Sprachkurs interessiert ist.

Browser

Beschreibung: Gebote können in Google Ads auf Basis des Browsers des Nutzers optimiert werden.

Beispiel: Die Gebote eines Unternehmens, das Biolebensmittel anbietet, werden möglicherweise angepasst, wenn ein Nutzer bei der Suche Chrome verwendet, sofern bei Nutzern dieses Browsers die Wahrscheinlichkeit einer Conversion bislang höher war als bei anderen Browsern.

Betriebssystem

Beschreibung: Gebote können in Google Ads auf Basis des Betriebssystems des Nutzers optimiert werden.

Beispiel: Die Gebote eines Entwicklers von Gaming-Apps werden möglicherweise angepasst, wenn ein Nutzer auf einem Android-Gerät mit der aktuellen Betriebssystemversion bei Google Play nach "geduldsspiel" sucht. In diesem Fall ist die Wahrscheinlichkeit einer App-Installation höher als bei älteren Betriebssystemversionen.

Demografische Merkmale (Such- und Displaynetzwerk)

Beschreibung: Auf Basis der demografischen Merkmale wie Alter und Geschlecht sowie den kaufbereiten Zielgruppen und solchen mit gemeinsamen Interessen können Gebote in Google Ads optimiert werden.

Beispiel: Die Gebote eines Spielwarenhändlers werden möglicherweise angepasst, wenn der Nutzer als Elternteil identifiziert wurde, denn in diesem Fall ist die Conversion bei einer Anzeige für ein Kinderspielzeug wahrscheinlicher.

Tatsächliche Suchanfrage (Suchnetzwerk und Shopping)

Beschreibung: Gebote können in Google Ads auf Basis des Texts der Suchanfrage optimiert werden, aufgrund derer die Auslieferung der Anzeige ausgelöst wurde, und nicht nur auf Basis des übereinstimmenden Keywords.

Beispiel: Die Gebote eines Schuhhändlers werden möglicherweise angepasst, wenn ein Nutzer nach "lederstiefel" sucht. Denn in diesem Fall ist die Wahrscheinlichkeit, dass er ein neues Paar kauft, höher als bei einem Nutzer, der nach "stiefel reparatur" sucht, auch wenn bei beiden Suchanfragen eine weitgehend passende Übereinstimmung mit dem Keyword "stiefel" vorliegt.

Partnerwebsites im Suchnetzwerk (nur Suchnetzwerk)

Beschreibung: Gebote können in Google Ads auf Basis der Websites von Suchnetzwerk-Partnern optimiert werden, auf denen die Anzeige ausgeliefert wird.

Beispiel: Die Gebote eines Anbieters von Verbrauchsgütern werden möglicherweise angepasst, wenn die Suchanfrage auf einer E-Commerce-Website erfolgt, denn hier ist die Conversion-Wahrscheinlichkeit höher als auf einer Nachrichtenwebsite.

Placement im Web (nur Displaynetzwerk)

Beschreibung: Gebote können in Google Ads auf Basis des Website-Placements optimiert werden, auf dem die Anzeige ausgeliefert wird.

Beispiel: Die Gebote eines Anbieters von Verbrauchsgütern werden möglicherweise angepasst, wenn die Anzeige auf einer beliebten Website mit vielen Zugriffen ausgeliefert wird, da hier die Conversion-Wahrscheinlichkeit höher ist.

Verhalten auf einer Website (nur Displaynetzwerk)

Beschreibung: Gebote können in Google Ads auf Basis der Aktivitäten eines Nutzers auf der Website optimiert werden. Dazu gehören die Anzahl der aufgerufenen Seiten, der Wert der angesehenen Produkte, der Fortschritt im Conversion-Prozess sowie zuvor aufgerufene Websites.

Beispiel: Die Gebote eines Möbelherstellers werden möglicherweise angepasst, wenn sich ein Nutzer mehrere Sofas angesehen hat, denn diese haben einen höheren Preispunkt als beispielsweise Lampen.

Produktattribute (nur Shopping-Kampagnen)

Beschreibung: Gebote können in Google Ads auf Basis ähnlicher Produktattribute wie Preis, Zustand, Marke oder Kategorie optimiert werden.

Beispiel: Die Gebote eines Anbieters von Outdoorausrüstung werden möglicherweise angepasst, wenn er seinen Produkten ein neues Zelt hinzufügt, das anderen Zelten mit hoher Conversion-Wahrscheinlichkeit ähnelt. 

Bewertungen von Apps (demnächst verfügbar)

Beschreibung: Gebote können in Google Ads auf Basis der Qualität und Quantität der Rezensionen einer App optimiert werden.

Beispiel: Die Gebote eines Unternehmens im Bereich Fitness werden möglicherweise angepasst, wenn seine App sehr viele positive Rezensionen hat und die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass sie heruntergeladen wird.

Konkurrenzfähigkeit der Preise (bald für Shopping-Kampagnen verfügbar)

Beschreibung: Gebote können in Google Ads auf Basis eines Vergleichs Ihrer Preise mit denen anderer Werbetreibender optimiert werden, die an denselben Auktionen teilnehmen.

Beispiel: Die Gebote eines Anbieters von Küchenwaren werden möglicherweise angepasst, wenn er ein Messerset zu einem attraktiveren Preis als seine Mitbewerber anbietet.

Saisonabhängigkeit (bald für Shopping-Kampagnen verfügbar)

Beschreibung: Gebote können in Google Ads auf Basis saisonabhängiger Leistungstrends optimiert werden.

Beispiel: Die Gebote eines Anbieters von Elektrogeräten werden möglicherweise angepasst, wenn ein Nutzer in der Vorweihnachtszeit nach einem neuen Fernseher sucht, da dann die Conversion-Wahrscheinlichkeit höher ist.

Flexible Leistungssteuerung

Mit Smart Bidding können Sie Leistungsziele festlegen und die Einstellungen an Ihre Geschäftsziele anpassen:

  • Gebote für das Suchnetzwerk anhand des Attributionsmodells optimieren, einschließlich datengetriebener Attribution
  • Gerätespezifische Leistungsziele für Mobilgeräte, Computer und Tablets mit Ziel-CPA-Geboten festlegen (bald verfügbar)

Transparente Leistungsberichte

Mit Smart Bidding stehen Ihnen Berichtstools zur Verfügung, mit denen Sie umfassendere Informationen zur Leistung Ihrer Gebote erhalten und Probleme schneller beheben können. Dazu gehören:

  • Der detaillierte Status der Gebotsstrategie, anhand dessen sie sehen, welche Auswirkungen Ihre Gebote haben.
  • Entwürfe und Tests für Kampagnen im Such- und Displaynetzwerk. So können Sie ganz einfach testen, wie Smart Bidding im Vergleich zu Ihrer derzeitigen Gebotsstrategie abschneidet.
  • Gebotssimulatoren, mit denen Sie die Anzahl der Conversions Ihrer Anzeigen prognostizieren können, die Sie mit anderen Ziel-CPAs erzielt hätten.
  • Warnmeldungen und Benachrichtigungen, die auf Probleme beim Conversion-Tracking hinweisen und klare Anleitungen zur Fehlerbehebung enthalten.
  • Umfassende Leistungsberichte, anhand derer Sie Leistungsänderungen einfach auf eine Aktualisierung des Status oder der Ziele Ihrer Gebotsstrategie zurückführen können. Die Berichte lassen sich in der Hauptansicht "Kampagnen" oder in der gemeinsam genutzten Bibliothek über das Drop-down-Menü "Gebotsstrategie" aufrufen.

Zielgruppe

Smart Bidding eignet sich sowohl für große als auch für kleine Unternehmen. Gebote können hier anhand von Daten aus allen Ihren Kampagnen optimiert werden. So lässt sich selbst die Leistung neuer Kampagne steigern, für die noch keine Daten vorhanden sind. Für die genaue Auswertung der Ergebnisse sollten Sie die Leistung jeweils über einen längeren Zeitraum von etwa einem Monat mit mindestens 30 Conversions (50 Conversions für "Ziel-ROAS") messen. Wenn Sie Kampagnen mit wenigen Conversions relevante Keywords hinzufügen, können Sie die Ausrichtung erweitern und mehr Conversions erzielen. 

Werbetreibende, die Smart Bidding verwenden, müssen die geltenden rechtlichen Erfordernisse erfüllen und die Google Ads-Werberichtlinien einhalten. Sie sind beispielsweise dafür verantwortlich, dass Ihre Nutzung von Smart Bidding nicht gegen die Google-Richtlinien zu personalisierter Werbung verstößt. Auch empfehlen wir, sich mit den Kontextsignalen vertraut zu machen, die bei Smart Bidding verwendet werden. So können Sie besser feststellen, ob diese Strategie die richtige für Ihr Unternehmen ist.

Conversion-Attribution für Videoanzeigen mit Smart Bidding

Bei Videoanzeigen mit Smart Bidding wird in Google Ads anhand der Conversion-Daten Ihrer Kampagnen ermittelt, mit welcher Wahrscheinlichkeit eine Interaktion mit Ihrer Videoanzeige zu einer Conversion führt.

Als Interaktionen mit TrueView for Action-Anzeigen gelten Klicks auf die Anzeige oder eine Wiedergabezeit ab zehn Sekunden. Wenn beides zutrifft, wird nur der Klick gezählt. Sieht ein Nutzer eine Videoanzeige mindestens zehn Sekunden an, dann wird dies als Website-Conversion gewertet, sofern zwischen Interaktion und Conversion nicht mehr als drei Tage liegen. Bei Klicks auf die Anzeige werden Conversions weiterhin dem aktuellen Conversion-Tracking-Zeitraum zugeordnet.
 

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