Nutzer für Nutzermesswerte ermitteln

Den Messwerten "Nutzer" und "Aktive Nutzer" können Sie entnehmen, wie viele Nutzer mit Ihrer Website oder App interagiert haben.

Um Zugriffe in Google Analytics den entsprechenden Nutzern zuzuordnen, wird mit jedem Treffer eine eindeutige User ID gesendet, die dem jeweiligen Nutzer zugewiesen ist. Dabei kann es sich um ein einzelnes Erstanbieter-Cookie namens _ga zum Speichern einer Google Analytics-Client-ID handeln. Sie können aber auch die User ID-Funktion gemeinsam mit der Client-ID verwenden, um Nutzer auf allen Geräten, mit denen sie auf Ihre Website oder App zugreifen, genauer zu identifizieren. Weitere Informationen zu IDs

Anfang 2017 wurde in Google Analytics damit begonnen, die Berechnungsmethode für die Messwerte "Nutzer" und "Aktive Nutzer" zu aktualisieren, um Nutzer effizienter und genauer mit einer geringeren Fehlerrate (in der Regel unter 2 %) zu zählen. Diese Messwerte sind in Standardberichten verfügbar. Die Anzahl der Nutzer kann leicht vom Ergebnis der vorherigen Berechnungsmethode abweichen. Die Gründe hierfür werden unten beschrieben. Hiervon ausgenommen sind jedoch Gesamtdatenberichte und BigQuery Export, für die weiterhin die frühere Berechnungsmethode verwendet wird.

Diese neue Berechnungsmethode wird rückwirkend bis September 2016 auf Nutzerdaten angewendet. Falls der Zeitraum eines Berichts Daten vor September 2016 umfasst, erfolgt eine Stichprobenerhebung. Wenn Sie Gesamtdatenberichte mit Daten vor 2016 erstellen möchten, gehen Sie wie unten beschrieben vor, um die neue Berechnungsmethode zu deaktivieren.

Seit August 2017 wird die neue Berechnung auf Daten in benutzerdefinierten Tabellen angewendet.

 

Frühere Berechnungsmethode
In diesem Artikel wird erläutert, warum in gefilterten Datenansichten eventuell eine ungenaue Anzahl für Nutzer angezeigt wird und warum in verschiedenen Berichten unter Umständen Abweichungen für Nutzer auftreten. Falls Sie jedoch einfach zu einer ungefilterten Datenansicht wechseln möchten, gehen Sie wie folgt vor:
  1. Melden Sie sich in Google Analytics an.
  2. Klicken Sie auf Verwaltung.
  3. Wählen Sie im Menü der Spalte DATENANSICHT eine ungefilterte Datenansicht aus. Wenn Sie überprüfen möchten, ob eine Datenansicht ungefiltert ist, wählen Sie sie in der Liste aus. Klicken Sie dann wiederum in der Spalte DATENANSICHT auf Filter. Sie sehen eine Liste der Filter, die auf die Datenansicht angewendet wurden.
  4. Nachdem Sie eine Datenansicht ausgewählt haben, wechseln Sie auf den Tab "Berichte", um zu den Berichten zurückzukehren.

Auf einen Blick

Die Messwerte Nutzer und Aktive Nutzer geben an, wie viele Nutzer Ihre Website bzw. App aufgerufen bzw. damit interagiert haben.

Analytics verwendet zwei verschiedene Methoden zum Berechnen des Messwerts Nutzer für verschiedene Arten von Berichtsanfragen. Dies kann zu Abweichungen der Werte für Nutzer in verschiedenen Berichten führen. Die Informationen in diesem Artikel gelten auch für die Messwerte im Bericht Aktive Nutzer.

Detaillierte Informationen

Hintergrund

Um schnell Daten für Ihre Berichte bereitstellen zu können, werden in Google Analytics mehrere Gesamtdatentabellen mit bereits zusammengefassten Daten erstellt, die täglich aktualisiert werden. (Weitere Informationen zu diesem Vorgang erhalten Sie unter Funktionsweise der Stichprobenerhebung.) Die bereits zusammengefassten Datentabellen sind so eingerichtet, dass angeforderte Standardberichte problemlos bereitgestellt werden können und dabei auch Änderungen im angegebenen Zeitraum zuverlässig gehandhabt werden. Wenn Sie einen Bericht anfordern, sucht Google Analytics in den bereits zusammengefassten Datentabellen nach den einzelnen Messwerten und stellt sie für Ihre Berichte bereit. Wenn Sie nun beispielsweise den Zeitraum 1. August bis 31. August in 1. August bis 1. September ändern, wird in Google Analytics jeder Messwert in der bereits zusammengefassten Datentabelle für den 1. September überprüft und dem Gesamtwert hinzugefügt.

Dieses Verfahren funktioniert für die meisten Messwerte. Viele Messwerte wie Seitenaufrufe oder Bildschirmaufrufe können einfach über Tageszeiträume hinweg addiert werden. Für den Messwert Einzelne Besucher/aktive Nutzer sind aber kompliziertere Berechnungen erforderlich. Statt die Zahlen aus den bereits zusammengefassten Tabellen einfach zu addieren oder zu subtrahieren, muss Google Analytics Einzelne Besucher/aktive Nutzer für jeden Zeitraum, der in einem Bericht ausgewählt werden kann, neu berechnen. Wenn beispielsweise ein Nutzer eine Website am 31. August und am 1. September besucht, wird dieser Nutzer in Google Analytics als ein einziger "einzelner Besucher" für diese beiden Tage gezählt. Wenn Sie in Ihren Berichten den Zeitraum 1. August bis 31. August in 1. August bis 1. September ändern, kann in Google Analytics der Differenzbetrag nicht einfach zu dem Wert für einzelne Besucher in Ihren Berichten hinzugezählt werden, weil dieser Wert auf einer komplizierten Berechnung basiert und nicht einfach zum fortlaufenden Gesamtwert in den bereits zusammengefassten Datentabellen hinzuaddiert werden kann. Stattdessen muss der Messwert jedes Mal, wenn Sie ihn in Ihren Berichten anfordern, neu berechnet werden.

Als Lösung für diese Herausforderungen wurden in Google Analytics zwei unterschiedliche Methoden zur Berechnung des Messwerts Einzelne Besucher/aktive Nutzer entwickelt. Wenn Sie den entsprechenden Bericht auswählen, wird automatisch die optimale Berechnungsmethode eingesetzt.

Erste Berechnungsart: Vorberechnete Daten

In diesem Berechnungsverfahren werden nur die Anzahl der Sitzungen in dem gegebenen Zeitraum und die Zeit einbezogen, zu der der Nutzer Ihre Website besucht hat. (Die Zeit wird über die Browsereinstellungen des Besuchers, also clientseitig, bestimmt.) Das Ergebnis dieser Berechnung kann zu den bereits zusammengefassten Datentabellen hinzugefügt werden. Dadurch kann Google Analytics diese Daten anhand der Tabelle schnell abrufen und in einem Bericht bereitstellen, auch wenn der Zeitraum geändert wird.

Die erste Berechnungsart wird nur dann in Berichten angewendet, wenn der Zeitraum, also Tag, Kalenderwoche oder Kalendermonat, die einzige Dimension ist. Das bedeutet, dass diese Berechnung nur im Bericht "Zielgruppenübersicht" erscheint, wenn keine Segmente angewendet werden, bzw. nur in einem benutzerdefinierten Bericht, in dem eine dieser Datumsdimensionen die einzige angewendete Dimension darstellt. Wenn Sie Einzelne Besucher/aktive Nutzer für eine beliebige Dimension aufrufen, die sich nicht auf das Datum bezieht, wird in Google Analytics eine zweite Tabelle verwendet, damit einzelne Besucher ohne Vorbereitung ermittelt werden können. Nachfolgend erhalten Sie eine Beschreibung hierzu.

Mit diesem Verfahren können schnell nicht stichprobenbasierte Daten bereitgestellt werden. Allerdings gibt es dabei auch einige Nachteile. Diese beruhen darauf, dass sich diese Berechnung auf die Zahl der Besuche/Sitzungen und die clientseitige Zeit stützt. Wenn die clientseitige Zeit des Besuchers falsch ist oder wenn Sie eine Datenansicht aufrufen, bei der einige Besuche bestimmter Besucher, aber nicht aller Besucher herausgefiltert werden, können die Daten inkonsistent sein.

Zur Vermeidung möglicher Ungenauigkeiten können Sie einen benutzerdefinierten Bericht erstellen, der Daten für eine Dimension enthält, die sich nicht auf ein Datum bezieht und die für alle Sitzungen und alle Nutzer gleich ist (z. B. "Browser", "Betriebssystem" oder "Mobilgerät"). So wird zudem sichergestellt, dass in Google Analytics die zweite Berechnungsart angewendet wird.

Zweite Berechnungsart: Ohne Vorbereitung berechnete Daten

Die zweite Berechnungsart ist darauf gestützt, wie Sie persistente Daten über Ihren Traffic zuordnen, erfassen und speichern. Es gibt viele Möglichkeiten, dies anzupassen. Die gängigste Methode, diese Daten zuzuordnen und zu speichern, besteht aber in der Verwendung von Cookies, die über einen Webbrowser verwaltet werden.

Bei der zweiten Berechnungsart müssen aufwendige Berechnungen anhand großer Datensätze durchgeführt werden. Dabei wird immer auf die Tabellen mit den Rohdaten der Sitzung und nicht auf die bereits zusammengefassten Tabellen zurückgegriffen. Bei diesem Verfahren ist die Verarbeitung von Daten zu einzelnen Besuchern bzw. aktiven Nutzern und die Bereitstellung dieser Daten für Berichte zeitaufwendiger, weil die Werte ohne Vorbereitung errechnet werden. Denn anders als bei der ersten Berechnungsart kann Google Analytics nicht auf Daten zurückgreifen und Daten bereitstellen, die bereits verarbeitet und in den zusammengefassten Tabellen gespeichert sind. Stattdessen muss bei jeder Anforderung entsprechender Daten eine Berechnung durchgeführt werden. Unter bestimmten Bedingungen findet eine Stichprobenerhebung statt. Nutzer mit einem Google Analytics 360-Konto können aber auf Gesamtdatenberichte zugreifen.

Die zweite Berechnungsart wird in benutzerdefinierten Berichten verwendet. Damit können die Messwerte für Nutzer für jede Dimension (z. B. Browser, Stadt oder Quelle) ermittelt werden.

Bei einigen Dimensionen wie Quelle oder Medium kann derselbe einzelne Besucher in verschiedenen Gruppen enthalten sein, z. B. wenn ein Nutzer im selben Zeitraum über die organische und über die bezahlte Suche zu Ihrer Website oder App gelangt ist. Daher sollte die Zeilenanzahl nicht der Gesamtzahl entsprechen, wenn Sie Nutzer für eine solche Dimension aufrufen.

Zwischen der bisherigen und der neuen Berechnungsart wechseln

  1. Melden Sie sich in Google Analytics an.
  2. Wählen Sie Verwaltung aus und klicken Sie auf die Property, die Sie bearbeiten möchten.
  3. Klicken Sie in der Spalte PROPERTY auf Property-Einstellungen.
  4. Aktivieren oder deaktivieren Sie unter Nutzeranalyse die Option Messwert "Nutzer" in Berichten aktivieren.
    Wenn diese Option aktiviert ist, wird die neue Berechnungsart verwendet. Ist sie deaktiviert, wird die vorherige Art genutzt.

Wenn Sie zwischen den Berechnungsarten wechseln, betrifft dies die Berechnung der Messwerte auf Grundlage der Rohdaten für die Berichte. Diese Umstellung hat keine Auswirkungen auf die zugrunde liegenden Daten.

Für Analytics 360 ist diese Option standardmäßig aktiviert.

Für die Standardversion von Analytics ist die Option normalerweise deaktiviert.

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