Privates Surfen zulassen

Diese Seite richtet sich an IT-Administratoren, die Chrome-Browser oder Chrome-Geräte für ein Unternehmen oder eine Bildungseinrichtung verwalten.

Als Chrome-Administrator können Sie Nutzern erlauben, privat im Web zu surfen. So können beispielsweise mehrere Nutzer dasselbe Gerät verwenden, ohne den Browserverlauf und die Chrome-Profildaten anderer Nutzer zu sehen.

Schritt 1: Optionen für das private Surfen vergleichen

Anhand der folgenden Informationen können Sie selbst entscheiden, welche Art des privaten Surfens für die Nutzer in Ihrer Organisation am besten geeignet ist.

  • Flüchtiger Modus: Nutzer melden sich in Chrome an und haben Zugriff auf alle Funktionen einer Browsersitzung. Sie können z. B. die Chrome-Synchronisierung verwenden, um ihre Lesezeichen, ihren Verlauf und andere Einstellungen zu synchronisieren und in ihrem Google-Konto zu speichern. Wenn sie sich aus Chrome abmelden oder den Browser schließen, werden alle lokalen Daten gelöscht. Das sitzungsspezifische, flüchtige Surfen ist nützlich für gemeinsam verwendete Geräte mit mehreren Nutzern.
  • Gastmodus: Nutzer können unabhängig von bestehenden Chrome-Profilen und ohne sich in ihrem Google-Konto anzumelden im Web surfen. Daten der Browsersitzung werden nicht auf dem lokalen Laufwerk gespeichert. Gastsitzungen sind hilfreich, um andere Nutzer ohne Anmeldung privat im Web surfen zu lassen. Beispielsweise können Nutzer Zertifikate bereitstellen oder Protokolle abrufen, um Probleme mit Chrome zu beheben.
  • Inkognitomodus: Nutzer können zusätzlich zu dem Chrome-Fenster, in dem sie angemeldet sind, ein weiteres zum Surfen verwenden. Sie können dann zwischen dem Inkognitofenster und dem regulären Chrome-Fenster wechseln, surfen aber nur dann privat, wenn sie dafür das Inkognitofenster verwenden. Daten der Browsersitzung werden nicht auf dem lokalen Laufwerk gespeichert. Inkognitofenster sind hilfreich, wenn Nutzer vorübergehend im Web surfen möchten, ohne den Verlauf zu speichern oder auf den vorherigen Verlauf zuzugreifen. Wenn sich ein Nutzer beispielsweise in seinem privaten Konto angemeldet hat und sich vorübergehend mit einem anderen Konto in der Google Admin-Konsole anmelden möchte, sorgt der Inkognitomodus für die nötige Trennung und Flüchtigkeit.

Sofern Sie nicht mithilfe von Richtlinien diese Surfmodi deaktivieren, können Nutzer Chrome als Gast oder im Inkognitomodus verwenden. Der flüchtige Modus ist nur verfügbar, wenn Sie ihn durch eine Richtlinie erzwingen. In der folgenden Tabelle werden häufig verwendete Funktionen verglichen, die für alle drei Optionen zur Verfügung stehen.

Funktion Flüchtiger Modus Gastmodus Inkognitomodus
Nutzer können Lesezeichen hinzufügen. Ja
Lesezeichen werden entfernt, wenn die Browsersitzung beendet wird.
Nein Ja
Lesezeichen bleiben nach dem Ende der Browsersitzung erhalten.
Die Chrome-Synchronisierung ist verfügbar. Ja Nein Nein
Daten werden während der Browsersitzung auf dem Laufwerk gespeichert. Ja
Die Daten werden entfernt, wenn die Browsersitzung beendet wird.
Nein Nein
Nutzer können Erweiterungen verwenden. Ja Nein Ja
Nutzer müssen Erweiterungen im Inkognitomodus einzeln aktivieren.
Nutzer können den Chrome-Browser in diesem Modus starten. Nein Nein Ja
Nutzer können zuletzt geschlossene Tabs wieder öffnen. Ja Nein Nein
Der Browserverlauf wird gespeichert. Ja, wenn die Chrome-Synchronisierung aktiviert ist. Nein Nein

Schritt 2: Richtlinien überprüfen

Richtlinie Beschreibung

BrowserGuestModeEnabled

Gibt an, ob Nutzer den Chrome-Browser als Gast verwenden dürfen. Gastnutzer können im Web surfen, ohne sich in ihrem Google-Konto anzumelden.

Nicht festgelegt: Gastsitzungen sind erlaubt.

DeviceEphemeralUsersEnabled

Gibt an, ob lokale Nutzerdaten gelöscht werden, wenn sich Nutzer aus Chrome abmelden.

Nicht festgelegt: Lokale Nutzerdaten bleiben auf Chrome OS-Geräten erhalten.

DeviceGuestModeEnabled

Gibt an, ob Nutzer Chrome OS-Geräte als Gast verwenden dürfen. Gastnutzer können im Web surfen, ohne sich in ihrem Google-Konto anzumelden.

Nicht festgelegt: Gastnutzer können im Web surfen.

ForceEphemeralProfiles

Legt fest, ob beim Start des Chrome-Browsers auf den flüchtigen Modus umgeschaltet wird.

Wenn Sie lokale Tools zum Erzwingen von Richtlinien verwenden, die den Chrome-Browser steuern, gilt diese Richtlinie für alle Nutzer, die sich in Chrome anmelden, auch für private Gmail-Konten. Wenn Sie über die Google Admin-Konsole Nutzerrichtlinien in der Cloud verwalten, gilt diese Richtlinie nur, wenn sich Nutzer mit ihrem verwalteten Google-Konto in Chrome anmelden.

Nicht festgelegt: Beim Öffnen des Chrome-Browsers wird nicht zum flüchtigen Modus gewechselt.

IncognitoModeAvailability

Gibt an, ob Nutzer im Chrome-Browser und auf Geräten mit Chrome OS in einem Inkognitofenster im Web surfen können.

Wählen Sie eine der folgenden Optionen aus:

  • 0 – Inkognitomodus verfügbar: Nutzer können Webseiten in einem Inkognitofenster öffnen.
  • 1 – Inkognitomodus deaktiviert: Nutzer können Webseiten nicht in einem Inkognitofenster öffnen.
  • 2 – Inkognitomodus erzwungen: Nutzer können Webseiten nur in einem Inkognitofenster öffnen.

Nicht festgelegt: Nutzer können in einem Inkognitofenster im Web surfen.

Schritt 3: Richtlinien festlegen

Klicken Sie auf die gewünschte Anleitung, um die Richtlinien zu konfigurieren.

Admin-Konsole

Gilt, wenn Nutzer sich in einem Chrome-Browser oder auf einem Gerät mit Chrome OS in einem verwalteten Google-Konto anmelden.
  1. Melden Sie sich in der Google Admin-Konsole an.

    Melden Sie sich mit Ihrem Administratorkonto an. Dieses Konto endet nicht auf @gmail.com.

  2. Klicken Sie in der Startseite der Admin-Konsole auf Geräte und dann Chrome-Verwaltung.

    Möglicherweise müssen Sie unten auf Mehr Widgets klicken, damit Geräte angezeigt werden.

  3. Optional: So erzwingen Sie, dass Nutzer beim Surfen im Web den flüchtigen Modus verwenden:
    1. Klicken Sie auf Nutzer- und Browsereinstellungen.
    2. Wählen Sie links die Organisation aus, für die Sie Richtlinien konfigurieren möchten.
      Wenn die Richtlinien für alle Nutzer in der Organisation gelten sollen, wählen Sie die Organisation auf oberster Ebene aus. Wählen Sie andernfalls eine untergeordnete Ebene aus.
    3. Gehen Sie zu Sicherheit.
    4. Wählen Sie im Abschnitt "Flüchtigen Modus erzwingen" die Option Alle lokalen Nutzerdaten löschen aus.
  4. Optional: So erlauben Sie das Surfen im Gastmodus auf Geräten mit Chrome OS:
    1. Klicken Sie auf Geräteeinstellungen.
    2. Wählen Sie links die Organisation aus, für die Sie Richtlinien konfigurieren möchten.
      Wenn die Richtlinien für alle Geräte in der Organisation gelten sollen, wählen Sie die oberste Organisationsebene aus. Wählen Sie andernfalls eine untergeordnete Ebene aus.
    3. Öffnen Sie Anmeldeeinstellungen.
    4. Wählen Sie für die Gastmodus-Richtlinie die Option Gastmodus zulassen aus.
  5. Optional: So gestatten Sie Nutzern, beim Surfen im Web den Inkognitomodus zu verwenden:
    1. Klicken Sie auf Nutzer- und Browsereinstellungen.
      Wählen Sie links die Organisation aus, für die Sie Richtlinien konfigurieren möchten.
      Wenn die Richtlinien für alle Nutzer in der Organisation gelten sollen, wählen Sie die Organisation auf oberster Ebene aus. Wählen Sie andernfalls eine untergeordnete Ebene aus.
    2. Gehen Sie zu Sicherheit.
    3. Wählen Sie im Abschnitt "Inkognitomodus" die Option Inkognitomodus zulassen aus.
  6. Klicken Sie auf Speichern.

Windows

Gilt für Windows-Nutzer, die in einem verwalteten Konto im Chrome-Browser angemeldet sind.

Gruppenrichtlinien verwenden

Rufen Sie im Gruppenrichtlinien-Editor von Microsoft Windows den Ordner "Computerkonfiguration" oder "Nutzerkonfiguration" auf und tun Sie Folgendes:
  1. Klicken Sie auf Richtlinien und dann Administrative Vorlagen und dannGoogle und dannGoogle Chrome.
  2. Wenn Sie erzwingen möchten, dass Nutzer beim Surfen im Web den flüchtigen Modus verwenden, aktivieren Sie die Option "Sitzungsspezifisches Profil".
    Tipp: Wenn Sie die Richtlinie nicht sehen, laden Sie die aktuelle Richtlinienvorlage herunter.
    Wenn Sie diese Richtlinie nicht konfigurieren, gilt das oben beschriebene Verhalten für Nicht festgelegt.
  3. Wenn Sie den Gastmodus im Chrome-Browser zulassen möchten, aktivieren Sie die Option Gastmodus im Browser aktivieren.
    Wenn Sie diese Richtlinie nicht konfigurieren, gilt das oben beschriebene Verhalten für Nicht festgelegt.
  4. So gestatten Sie Nutzern, im Inkognitomodus im Web zu surfen:
    1. Aktivieren Sie die Option Inkognitomodus – Verfügbarkeit.
      Wenn Sie diese Richtlinie nicht konfigurieren, gilt das oben beschriebene Verhalten für Nicht festgelegt.
    2. Wählen Sie eine Option aus:
      • Inkognitomodus verfügbar: Nutzer können Webseiten im Inkognitomodus öffnen.
      • Inkognitomodus deaktiviert: Nutzer können Webseiten nicht im Inkognitomodus öffnen.
      • Inkognitomodus erzwungen: Nutzer können Webseiten nur im Inkognitomodus öffnen.
  5. Stellen Sie das Update für Ihre Nutzer bereit.

Mac

Dieser Artikel bezieht sich auf AppleMac-Nutzer, die in einem verwalteten Konto im Chrome-Browser angemeldet sind.
  1. Fügen Sie in Ihrem Chrome-Konfigurationsprofil die folgenden Schlüssel hinzu oder aktualisieren Sie sie: 
    • Wenn Sie erzwingen möchten, dass Nutzer im flüchtigen Modus im Web surfen, setzen Sie den Schlüssel ForceEphemeralProfiles auf "true".
    • Wenn Sie den Gastmodus im Chrome-Browser zulassen möchten, legen Sie für den Schlüssel BrowserGuestModeEnabled den Wert "true" fest.
    • Damit Nutzer im Inkognitomodus im Web surfen können, setzen Sie den Schlüssel IncognitoModeAvailability auf <integer>Wert</integer> (0, 1 oder 2).
  2. Stellen Sie die Änderung für Ihre Nutzer bereit.

Linux

Dieser Artikel bezieht sich auf Linux-Nutzer, die in einem verwalteten Konto im Chrome-Browser angemeldet sind.
Gehen Sie in einem JSON-Dateieditor so vor:
  1. Öffnen Sie den Ordner /etc/opt/chrome/policies/managed.
  2. Erstellen oder aktualisieren Sie eine JSON-Datei.
  3. Übernehmen Sie die entsprechenden Einstellungen:
    • Wenn Sie erzwingen möchten, dass Nutzer im flüchtigen Modus im Web surfen, setzen Sie den Schlüssel ForceEphemeralProfiles auf 1.
    • Wenn Sie den Gastmodus im Chrome-Browser zulassen möchten, legen Sie für den Schlüssel BrowserGuestModeEnabled den Wert 1 fest.
    • Damit Nutzer im Inkognitomodus im Web surfen können, setzen Sie den Schlüssel IncognitoModeAvailability auf 0, 1 oder 2.

Überprüfen, ob die Richtlinien angewendet werden

Wenn Sie Chrome-Richtlinien anwenden, müssen Nutzer den Chrome-Browser neu starten, damit die Einstellungen wirksam werden. Sie können die Nutzergeräte überprüfen, um festzustellen, ob die Richtlinie wie vorgesehen angewendet wurde.

  1. Rufen Sie auf einem verwalteten Gerät chrome://policy auf.
  2. Klicken Sie auf Richtlinien neu laden.
  3. Klicken Sie das Kästchen neben Richtlinien ohne Wert zeigen an.
  4. Achten Sie bei den von Ihnen festgelegten Richtlinien darauf, dass unter Status die Einstellung OK festgelegt ist:
    • DeviceEphemeralUsersEnabled
    • ForceEphemeralProfiles
    • IncognitoModeAvailability
    • DeviceGuestModeEnabled
    • BrowserGuestModeEnabled
  5. Achten Sie bei den von Ihnen festgelegten Richtlinien darauf, dass die Richtlinienwerte mit den in der Richtlinie festgelegten Werten übereinstimmen.
    • DeviceEphemeralUsersEnabled – true oder false
    • ForceEphemeralProfiles – true oder false
    • IncognitoModeAvailability – 0, 1 oder 2
    • DeviceGuestModeEnabled – true oder false
    • BrowserGuestModeEnabled – true oder false

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