Kanonische URLs verwenden

In diesem Artikel wird beschrieben, wie Sie mithilfe kanonischer URLs die Link- und Rankingsignale von Inhalten verbessern, die über mehrere URLs oder per Syndikation verfügbar sind.

In CMS und Online-Shopping-Systemen sind dieselben Inhalte gewöhnlich über mehrere URLs abrufbar. Durch die Syndikation von Inhalten können Inhalte auch bequem an verschiedene URLs und Domains verteilt werden. Beispiel:

Eine Produktseite verwendet je nach Sitzung und Sucheinstellungen des Nutzers dynamische URLs.
https://www.example.com/products?category=dresses&color=green

https://example.com/dresses/cocktail?gclid=ABCD 

https://www.example.com/dresses/green/greendress.html
Ihr Blogsystem speichert automatisch mehrere URLs, wenn Sie denselben Beitrag unter mehreren Bereichen einordnen.
https://blog.example.com/dresses/green-dresses-are-awesome/

https://blog.example.com/green-things/green-dresses-are-awesome/
Ihr Server ist so konfiguriert, dass unter der www-Subdomain und dem http-Protokoll derselbe Inhalt geliefert wird.
http://example.com/green-dresses

https://example.com/green-dresses

http://www.example.com/green-dresses
Inhalte, die Sie in diesem Blog zur Syndikation für andere Websites bereitstellen, werden unter diesen Domains teilweise oder vollständig repliziert.
https://news.example.com/green-dresses-for-every-day-155672.html (syndizierter Beitrag)

https://blog.example.com/dresses/green-dresses-are-awesome/3245/ (ursprünglicher Beitrag)

Durch solche Systeme lassen sich Inhalte bequemer entwickeln und verteilen, allerdings bringen sie auch einige Herausforderungen mit sich, wenn Nutzer über eine Suchmaschine auf Ihre Seite gelangen. Beispiele:

  • Linksignale für doppelte oder ähnliche Inhalte konsolidieren: Es ist hilfreich für Suchmaschinen, wenn sie die verfügbaren Informationen zu den einzelnen URLs, etwa zugehörige Links, zu einer einzigen, bevorzugten URL konsolidieren können. Das heißt, Links von anderen Websites zu http://example.com/dresses/cocktail?gclid=ABCD werden mit Links zu https://www.example.com/dresses/green/greendress.html konsolidiert.
  • Messwerte für ein einzelnes Produkt oder Thema nachverfolgen: Wenn verschiedene URLs vorhanden sind, ist es schwieriger, konsolidierte Messwerte für einen bestimmten Inhalt zu generieren.
  • URL festlegen, die den Nutzern angezeigt werden soll: Möglicherweise ist es Ihnen lieber, wenn die Nutzer Ihre Produktseite mit den grünen Kleidern über den Link https://www.example.com/dresses/green/greendress.html aufrufen anstatt über https://example.com/dresses/cocktail?gclid=ABCD.
  • Syndizierte Inhalte adressieren: Wenn Sie Ihre Inhalte zur Veröffentlichung unter anderen Domains syndizieren, ist es sinnvoll, das Seitenranking so zu konsolidieren, dass es sich auf Ihre bevorzugte URL auswirkt.

Zur Lösung dieser Probleme empfehlen wir Ihnen, für identische oder ähnliche Inhalte, die über verschiedene URLs abrufbar sind, eine kanonische URL festzulegen. Für die Google-Suche gibt es dazu mehrere Methoden:

Alle Methoden sind empfehlenswert, jedoch ist keine unbedingt erforderlich. Wenn Sie keine kanonische URL angeben, versuchen wir, die am besten geeignete Version oder URL zu ermitteln.

Verwenden Sie für die Kanonisierung nicht die Datei robots.txt.
Verwenden Sie für die Kanonisierung nicht das Tool zum Entfernen von URLs, denn damit werden alle Versionen einer URL aus der Suche entfernt.
Geben Sie nicht verschiedene kanonische URLs für dieselbe Seite an, zum Beispiel eine URL in einer Sitemap und eine andere URL für dieselbe Seite über rel="canonical".

Bevorzugte Domain festlegen

Geben Sie gegenüber Google an, welche Version Ihrer Website-URL Sie für Ihre Domain bevorzugen:

  • https://www.example.com
  • https://example.com

Wenn Sie https://example.com als Ihre bevorzugte Domain angeben, behandelt Google Links zu https://www.example.com genauso wie Links zu https://example.com.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel Bevorzugte Domain festlegen.

Bevorzugte URL mithilfe des Linkelements rel="canonical" angeben

Nehmen wir an, Sie möchten https://blog.example.com/dresses/green-dresses-are-awesome/ als Ihre bevorzugte URL verwenden, derselbe Inhalt kann jedoch auch über mehrere andere URLs abgerufen werden. Sie können dies für Suchmaschinen wie folgt angeben:

  • Kennzeichnen Sie die kanonische Seite und alle zugehörigen Varianten durch ein Linkelement rel="canonical".
    Fügen Sie ein <link>-Element mit dem Attribut rel="canonical" zum Abschnitt <head> dieser Seiten hinzu: 
    <link rel="canonical" href="https://blog.example.com/dresses/green-dresses-are-awesome" />

    Dadurch geben Sie die bevorzugte URL für den Zugriff auf den Beitrag zu den grünen Kleidern an, sodass den Nutzern in den Suchergebnissen mit größerer Wahrscheinlichkeit diese URL angezeigt wird. Hinweis: Wir versuchen, Ihre Angabe zu berücksichtigen, es ist jedoch nicht immer möglich.

Fehler vermeiden: Geben Sie bei dem Linkelement rel="canonical" absolute statt relativer Pfade an.

Verwenden Sie die Struktur: https://www.example.com/dresses/green/greendresss.html
und nicht die Struktur: /dresses/green/greendress.html.

Bevorzugte URLs für identische Inhalte in einer Sitemap festlegen

Teilen Sie uns für jede Ihrer Seiten eine kanonische URL mit, indem Sie eine Sitemap einreichen.

Wir können zwar nicht immer sicherstellen, dass die in Ihrer Sitemap übermittelten URLs verwendet werden, aber Google ist dadurch über die von Ihnen bevorzugten Seiten auf Ihrer Website informiert.

301-Weiterleitungen für nicht kanonische URLs verwenden

Angenommen, Ihre Seite kann über folgende URLs erreicht werden:

  • https://example.com/home
  • https://home.example.com
  • https://www.example.com

Dann empfiehlt es sich, eine dieser URLs als bevorzugtes (kanonisches) Ziel auszuwählen und mithilfe von 301-Weiterleitungen Zugriffe von den anderen URLs an Ihre bevorzugte URL zu leiten. Mit serverseitigen 301-Weiterleitungen lässt sich am besten sicherstellen, dass Nutzer und Suchmaschinen auf die richtige Seite gelenkt werden. Der 301-Statuscode bedeutet, dass eine Seite dauerhaft an einen neuen Speicherort verschoben wurde.

Angeben, wie mit dynamischen Parametern verfahren werden soll

Durch Angaben zur Parameterbehandlung können Sie Google über Parameter informieren, die ignoriert werden sollen. Durch das Ignorieren bestimmter Parameter werden duplizierte Inhalte im Google-Index vermieden und Ihre Seite kann besser gecrawlt werden. Wenn Sie zum Beispiel angeben, dass der Parameter sessionid ignoriert werden soll, betrachtet Google die URL https://www.example.com/dresses/green.php?sessionid=273749 als identisch mit https://www.example.com/dresses/green.php.

Kanonischen Link im HTTP-Header angeben

Falls Sie Ihren Server konfigurieren können, können Sie mithilfe des HTTP-Headers rel="canonical" die kanonische URL für HTML-Dokumente und andere Dateien angeben, zum Beispiel auch für PDF-Dateien. Nehmen wir einmal an, dass Ihre Website zum Zweck der Nachverfolgung die gleiche PDF-Datei über verschiedene URLs zur Verfügung stellt:

https://www.example.com/downloads/white-paper.pdf
https://www.example.com/downloads/partner-1/white-paper.pdf
https://www.example.com/downloads/partner-2/white-paper.pdf
https://www.example.com/downloads/partner-3/white-paper.pdf

In diesem Fall können Sie den HTTP-Header rel="canonical" verwenden, um gegenüber Google die kanonische URL der PDF-Datei anzugeben:

Link: <http://www.example.com/downloads/white-paper.pdf>; rel="canonical"

Google unterstützt diese Linkheader-Elemente derzeit nur bei der Websuche. 

Für kanonische URLs HTTPS gegenüber HTTP bevorzugen

Google bevorzugt HTTPS-Seiten gegenüber gleichwertigen HTTP-Seiten als kanonische URLs, es sei denn, es gibt Konflikte zwischen den Signalen, z. B. folgende:

  • Die HTTPS-Seite besitzt ein ungültiges SSL-Zertifikat.
  • Die HTTPS-Seite enthält unsichere Abhängigkeiten.
  • Die HTTPS-Seite wird durch eine robots.txt-Datei blockiert (und die HTTP-Seite nicht).
  • Die HTTPS-Seite leitet die Nutzer auf oder über eine HTTP-Seite weiter.
  • Die HTTPS-Seite verfügt über einen rel="canonical"-Link zur HTTP-Seite.
  • Die HTTPS-Seite enthält ein Robots-Meta-Tag vom Typ noindex.

HTTPS-Seiten werden von unseren Systemen zwar standardmäßig gegenüber HTTP-Seiten bevorzugt, Sie können diese Vorgehensweise jedoch auch mithilfe einer der folgenden Maßnahmen sicherstellen:

  • 301-, 302-, JavaScript- oder Meta-Weiterleitungen von der HTTP-Seite zur HTTPS-Seite einrichten
  • Einen rel="canonical"-Link von der HTTP-Seite zur HTTPS-Seite hinzufügen
  • HSTS implementieren

Um zu verhindern, dass Google fälschlicherweise die HTTP-Seite als kanonische URL verwendet, sollten Sie Folgendes vermeiden:

  • Ungültige SSL-Zertifikate und Weiterleitungen von HTTPS zu HTTP führen dazu, dass HTTP von unseren Systemen stark bevorzugt wird. Dies kann selbst durch die Implementierung von HSTS nicht umgangen werden.
  • Einbinden der HTTP-Seite in Ihre Sitemap oder Verwenden von hreflang-Einträgen anstelle der HTTPS-Version
  • Implementieren Ihres SSL/TLS-Zertifikats für die falsche Hostvariante, z. B. Verwendung von ihrebeispielurl.de für die Auslieferung des Zertifikats für www.ihrebeispielurl.de.  Das Zertifikat muss mit der vollständigen Website-URL übereinstimmen oder ein Platzhalterzertifikat sein, das für mehrere Subdomains einer Domain verwendet werden kann.
Wenn Sie eine Ressource mit einer robots.txt-Datei blockieren, sollten Sie sicherstellen, dass Sie sowohl die HTTP- als auch die HTTPS-Version der Ressourcen blockieren.

 

 

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