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Nutzer-Explorer

Verhalten einzelner Nutzer auf Sitzungsebene untersuchen
Daten für den Nutzer-Explorer-Bericht stehen ab dem 9. März 2016 zur Verfügung.
In diesem Bericht werden die 10.000 Nutzer mit den besten Werten für die jeweils angewendeten Sortierungskriterien aufgeführt.

Mit dem Nutzer-Explorer-Bericht können Sie Daten zum Verhalten einzelner Nutzer aus der Gesamtdatenmenge aller Nutzer herauslösen und untersuchen. Das Verhalten eines einzelnen Nutzers ist entweder mit einer Client-ID oder einer User ID verbunden.

Bei umfassenderen Vorhaben, etwa bei Werbekampagnen in einer größeren Region, ist es wichtig, das Verhalten der Nutzer insgesamt zu verstehen. Dahingegen sind Einblicke in das Verhalten einzelner Nutzer wichtig, wenn es darum geht, die Nutzererfahrung zu personalisieren, die Erfahrung eines bestimmten Nutzers zu untersuchen oder bei einem bestimmten Nutzer auftretende Fehler zu beheben. So können Sie beispielsweise das Verhalten eines Nutzers analysieren, dessen durchschnittlicher Bestellwert ungewöhnlich hoch ist, oder ermitteln, an welcher Stelle des Bestellvorgangs bei einem Nutzer ein Problem auftrat.

Themen in diesem Artikel:

 

Einrichtung

Damit im Bericht Daten zu einzelnen User IDs angezeigt werden, müssen Sie User IDs in den Property-Einstellungen aktivieren.

Client-IDs werden im Bericht standardmäßig für Properties angezeigt, für die keine User IDs aktiviert wurden. Weitere Informationen zu Client-IDs und User IDs

Nutzer-Explorer-Daten ansehen

So öffnen Sie den Nutzer-Explorer-Bericht:

  1. Melden Sie sich in Google Analytics an.
  2. Rufen Sie die gewünschte Datenansicht auf.
  3. Öffnen Sie Berichte.
  4. Wählen Sie Zielgruppe > Nutzer-Explorer aus.
Standarddatentabelle

Für jede Client-ID und User ID werden zunächst folgende Daten angezeigt:

  • Sitzungen
  • Durchschnittl. Sitzungsdauer
  • Absprungrate
  • Umsatz
  • Transaktionen
  • Ziel-Conversion-Rate

Wenn Sie eine bestimmte ID auswählen, werden auch Akquisitionsdatum und -channel für den entsprechenden Nutzer angezeigt. Außerdem erscheint ein Aktivitätsprotokoll, aus dem hervorgeht, welche Aktionen der Nutzer in den einzelnen Sitzungen auf Ihrer Website durchgeführt hat.

Sitzungsdaten

Standardmäßig werden folgende Daten angezeigt:

  • Seitenaufrufe
  • Zielvorhaben
  • E-Commerce
  • Ereignisse

Mithilfe des Menüs Filtern nach können Sie Datentypen hinzufügen oder entfernen:

Optionen zur Datenfilterung

Je nach Bedarf können Sie einzelne Sitzungen maximieren oder minimieren:

Minimierte und maximierte Sitzungen

Wenn Sie mehr Details zu einer Aktion sehen möchten, können Sie diese Aktion maximieren:

Einzelne Aktion maximiert

Segmente erstellen

Basierend auf einer beliebigen Kombination von Aktionen, die der Nutzer durchgeführt hat, können Sie ein Segment erstellen. Anschließend können Sie dieses Segment auf den gesamten Bericht anwenden, sodass sich das kollektive Verhalten von Nutzern analysieren lässt, die auf Ihrer Website die gleichen Aktionen durchgeführt haben.

Auf den Nutzer-Explorer-Bericht können nur nutzerbasierte Segmente und jeweils nur ein Segment gleichzeitig angewendet werden.

So erstellen Sie ein Segment:

  1. Wählen Sie die Aktionen aus, die in Ihrem Segment berücksichtigt werden sollen:
    Zur Erstellung eines Segments ausgewählte Sitzungsaktionen
    Klicken Sie dann auf Segment erstellen, um das Segmentierungstool zu öffnen:
    Segmentierungstool mit Sitzungsaktionen, die als Bedingungen definiert wurden
  2. Geben Sie einen Namen für das Segment ein und passen Sie – falls gewünscht – die Bedingungen an. Legen Sie fest, ob das Segment in jeder oder nur in der aktuellen Ansicht verfügbar sein soll und ob das Segment auf den Bericht angewendet werden soll, sobald Sie diesen gespeichert haben.
  3. Klicken Sie auf Speichern.
.

Wenn Sie das Segment anwenden, wird die erste Seite des Berichts mit einer Liste von IDs angezeigt, welche die zuvor definierten Bedingungen erfüllen.

Anwendungsfälle

Auf ein bestimmtes Verhalten in einem Segment reagieren

Falls andere Berichte ein ungewöhnliches Verhalten in einem bestimmten Segment andeuten, können Sie einzelne Nutzer aus diesem Segment untersuchen, um Näheres über deren Verhalten zu erfahren. Wenn beispielsweise aus dem Bericht "Zielgruppe > Übersicht" hervorgeht, dass das Segment für die Altersgruppe 18 bis 24 eine ungewöhnlich hohe Absprungrate oder eine kürzere durchschnittliche Sitzungsdauer als andere Altersgruppen aufweist, können Sie dieses Segment auf den Nutzer-Explorer anwenden und dann einige ausgewählte Nutzer genauer untersuchen. So können Sie herausfinden, ob diese Nutzer von der gleichen Seite oder Gruppe von Seiten abspringen oder diese verlassen.

Nach genauerer Untersuchung könnte sich herausstellen, dass Grafik und Text zwar für andere Altersgruppen geeignet sind, aber die Altersgruppe 18 bis 24 nicht besonders ansprechen. Angenommen, verschiedene Altersgruppen kaufen den gleichen Schuh, der seit 100 Jahren produziert wird, aber die Kaufentscheidung beruht auf völlig unterschiedlichen Gründen. So könnten die 18- bis 24-Jährigen den Schuh kaufen, weil er sich durch sein einzigartiges Design von allen anderen Schuhen auf dem Markt abhebt, während sich die Elterngeneration aus nostalgischen Gründen für den Schuh entscheidet. In so einem Fall wäre es sinnvoll, den Website-Content auf die besonderen Kaufgründe der jeweiligen Segmente zuzuschneiden.

In Fällen wie dem oben geschilderten können Sie die einzelnen Segmente in Google Analytics erstellen, sie auf den Bericht anwenden und die IDs für die Segmente exportieren. Anschließend können Sie Ihre Website anhand der IDs zielgruppengerecht personalisieren und die verschiedenen Nutzergruppen zu dem für sie relevanten Werbecontent weiterleiten.

Up-Selling

Wenn Sie Kunden im Laufe der Zeit immer enger an sich binden, möchten Sie wahrscheinlich auch Möglichkeiten schaffen, die Conversions dieser Kunden zu erhöhen. Dazu müssen Sie das Kaufverhalten der Kunden mit höheren Conversion-Raten kennen, denn auf dieser Grundlage können Sie auch Ihre anderen Kunden zu höheren Conversions animieren. Angenommen, Sie betreiben ein Reisebüro, das 8-, 10- und 15-tägige Rundreisen anbieten. Kunden, die in der Regel 10-tägige Reisen buchen, lassen sich dann womöglich mit relativ geringem Aufwand zur Buchung einer 15-Tages-Reise bewegen.

Mit dem Nutzer-Explorer können Sie untersuchen, wie Ihre umsatzstärksten Kunden mit Ihrer Website interagieren, welche Seiten sie öffnen, auf welchen Seiten sie besonders lange verweilen oder welche Werbeangebote sie anklicken. Anhand dieser Informationen können Sie dann der Website für Ihr mittleres Kundensegment solche Inhalte und Angebote hinzufügen, die Ihren kauffreudigsten Kunden am besten gefallen.

Im oben geschilderten Fall sollten Sie zwei Segmente erstellen: eines für die Kunden mit mittlerem und eines für die Kunden mit hohem Umsatz. Wenden Sie das umsatzstärkere Segment auf den Nutzer-Explorer-Bericht an und untersuchen Sie das Sitzungsverhalten, um herauszufinden, wie die Nutzer dieses Segments Ihre Website nutzen, d. h., mit welchem Content sie am meisten interagieren und welcher Content zu Conversions führt. Wenden Sie dann das mittlere Umsatzsegment an und exportieren Sie die IDs der Kunden dieses Segments. Mithilfe dieser ID-Liste können Sie nun die Website so personalisieren, dass die Nutzererfahrung Ihrer Zielgruppe jener der kauffreudigsten Kunden möglichst nahekommt.

Sie können die exportierte ID-Liste auch verwenden, um damit eine Zielgruppe mit Kunden aus dem mittleren Umsatzsegment zu erstellen und für diese Zielgruppe Werbung für Reisen aus dem höheren Umsatzsegment zu schalten.

Remarketing-Kampagnen

Indem Sie das Sitzungsverhalten einzelner Nutzer untersuchen, können Sie herausfinden, wann Ihre Nutzer hinter Ihren Zielvorhaben zurückbleiben. Zum Beispiel können Sie sehen, wenn Ihre Nutzer Artikel in ihren Einkaufswagen legen, aber die Transaktion danach abbrechen, oder wenn sie einen Artikel kaufen, aber nicht das ergänzende Produkt, das sie sich zuvor angesehen haben (etwa wenn ein Nutzer einen Hut kauft, nicht aber den dazu passenden Schal).

Fälle dieser Art sind ein hervorragender Ausgangspunkt für Remarketing-Kampagnen, in denen Sie die Nutzer mit Informationen versorgen können, die gezielt auf ihre bisherige Nutzererfahrung zugeschnitten sind. Beispielsweise können Sie Nutzer an die Artikel erinnern, die sie in ihrem Einkaufswagen haben liegen lassen, oder sie können für einen Nutzer, der einen Hut gekauft hat, eine Anzeige mit dem dazu passenden Schal schalten.

Im Nutzer-Explorer-Bericht können Sie basierend auf relevantem Verhalten, das Sie ermittelt haben, Segmente erstellen und anschließend diese Segmente als Grundlage für neue Remarketing-Zielgruppen verwenden.

Kundenservice personalisieren

Falls Ihr Unternehmen einen umfangreichen Kundenservice anbietet, können Sie sich im Nutzer-Explorer-Bericht einen detaillierten Verlauf für jeden einzelnen Nutzer anzeigen lassen. So können Ihre Servicemitarbeiter Hintergrundinformationen abrufen und eine entsprechende Lösung anbieten.

Wenn Sie zum Beispiel Immobilien vermieten, können Ihre Servicemitarbeiter nachsehen, welche Immobilien ein Nutzer in der Vergangenheit gemietet hat und welche Immobilien er sich vor der Kontaktaufnahme zum Kundenservice angesehen hat.

Kundentypen ermitteln

Wenn Sie im Rahmen Ihres Marketings Kundentypen erstellen, können Sie das Verhalten verschiedener Segmente analysieren und auf dieser Grundlage Ihre Kundentypen auf die Art und Weise abstimmen, in der Nutzer mit Ihrer Website interagieren.

So könnten Sie etwa verschiedene Segmente mit männlichen Nutzern im Alter von 18 bis 34 Jahren erstellen, die bestimmten Interessengruppen entsprechen (zum Beispiel Börseninteressierte, Sportfans oder Musikliebhaber), und diese Segmente dann auf den Bericht anwenden. Danach könnten Sie die Sitzungsaktionen analysieren, um herauszufinden, welche Produkte diese Segmente lediglich ansehen und welche sie tatsächlich kaufen oder welche Zielvorhaben sie tendenziell am ehesten erfüllen.

Techniken

IDs exportieren

Wenn Sie den Nutzer-Explorer-Bericht segmentieren, erhalten Sie eine Liste aller IDs zu diesem Segment. Diese Liste können Sie wie folgt exportieren:

  1. Wenden Sie das Segment auf den Bericht an.
  2. Wählen Sie im Menü Exportieren das Format aus, in dem die Daten exportiert werden sollen.

Nun können Sie die exportierten IDs mit Ihren Offlinedaten zusammenführen.

Online- und Offlinedaten über Nutzer zusammenführen

Dazu stehen Ihnen zwei Optionen zur Verfügung:

  1. Exportieren Sie die Google Analytics-Daten und führen Sie sie dann mit Ihren Offlinedaten zusammen.
  2. Importieren Sie Ihre Offlinedaten und lassen Sie sie dann von Analytics mit Ihren Analytics-Daten zusammenführen.
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